|
Historische Entwicklung Evangelisches
Kinder- & Jugendhaus |
||
|
Die Einrichtung Die Einrichtung besteht seit 1910. Zum damaligen Zeitpunkt gründete der Gemeindepfarrer Otto Schumacher mit Frauen aus allen Gemeinden die „Evangelische Fürsorge der Frauenhilfe“. Durch eine gemeinsame Sammelaktion der evangelischen und katholischen Kirche mittels aufgestellter Sammelbüchsen in Geschäften wurden Spenden eingenommen, welche nach Prüfung durch den jeweiligen Gemeindepfarrer und die im Fürsorgeverein tätigen Frauen an Hilfesuchende verteilt wurden. Die Arbeit wurde durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges unterbrochen und 1918 von der damaligen Fürsorgerin Frau Wilms wieder aufgenommen, welche in ihrem Haus ein Zimmer für die Arbeit an so genannten gefährdeten Mädchen zur Verfügung stellte. Ab 1920 wurden erstmals auch männliche Jugendliche betreut. Die finanzielle Situation war bis zur Einführung der Reichsmark 1923 sehr schwierig. Nach 1923 wurde die Arbeit dann unter dem Namen „Evangelisch kirchliches Jugend- und Wohlfahrtsamt“ in großem Ausmaß erweitert und hatte Vorbildfunktion für die Landeskirche. Der Vorschlag des damaligen Superintendenten Husmann, 2 % der Kirchensteuer für die Gefährdetenarbeit abzuführen, wurde zwar nicht von allen Gemeinden des Stadtgebietes unterstützt. Dennoch entwickelte sich die finanzielle Situation positiv, so dass Frau Wilms als Leiterin des Evangelischen Jugend- und Wohlfahrtsamtes eingestellt werden konnte. 1924 wurde das Reichsjugendwohlfahrtgesetz eingeführt und die Städtischen Jugendämter gegründet. 1927 wurde ein ehemaliges Knappschaftsgebäude in Gelsenkirchen-Mitte erworben, umgebaut und 1928 dem Evangelischen Jugend- und Wohlfahrtsamt übergeben. In der Einrichtung befanden sich die Fürsorgearbeit für männliche Jugendliche, ein Vorasyl sowie eine Mutter- und Säuglingsstation. Bis zum Ausbruch des Dritten Reiches bestand eine kooperative Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendamt. Danach wurden die städtischen Zuschüsse gekürzt und letztendlich vollständig entzogen. Im
zweiten Weltkrieg erhielt das Gebäude starke Bombenschäden und
musste teilweise evakuiert werden. Seit der Eröffnung der Einrichtung
hielten sich dort damals durchschnittlich 30 – 75 Kinder im Alter von
0 – 5 Jahren auf. Außerdem wurden ledige Mütter vor ihrer Entbindung
aufgenommen. Nach der Geburt des Kindes erhielten die Mütter entsprechende
Anleitung zur eigenverantwortlichen Versorgung ihres Kindes und wurden
anschließend in Arbeitsverhältnisse vermittelt. Ihre Kinder konnten
sie in der Einrichtung besuchen. Unterstützung erhielten auch berufsschwache
Mädchen und Frauen.
Nach 1945 wurde die Säuglingsstation
erweitert und 1952 wurde
das jetzige Gebäude des Familienhilfecentrums an der Schlosserstraße
in Gelsenkirchen-Schalke erworben. Die Eröffnung erfolgte 1953. In der Nachkriegszeit stieg die
Anzahl traumatisierter und verhaltensauffälliger Kinder stark an, so
dass für die Mitarbeiter/innen umfangreiche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen
durchgeführt wurden. 1957 wurde der „Evangelisch-kirchliche
Heimverein Gelsenkirchen“ gegründet.
1960 erfolgte eine Erweiterung des Gebäudes
um drei Etagen für Erziehungsgruppen. Ende
der 60er Jahre erwarb der Heimverein das
Matthias-Claudius-Heim in Willingen, welches im Dezember 1982 geschlossen wurde. 1974 wurde das ehemalige Mütter- und
Säuglingsheim abgerissen und mit dem Erlös des Grundstücksverkaufs 1976 ein eigenständiger Bereich für Jugendliche
ausgebaut. Bereits
1980 lebten 64 Kinder in fünf familienähnlich
strukturierten Eriehungsgruppen und 16 Jugendliche im sog. Jugendhaus. Nach
dem Abschluss der Schul- oder Berufsausbildung wurden für die Jugendlichen
eigene Wohnungen gesucht, welche dann beim Auszug von den Jugendlichen
als Mieter übernommen wurden. 1986 wurde die erste Außenwohngruppe für Kinder in der Nienhofstraße
13 in Gelsenkirchen-Buer eröffnet. 1988 wurden innerhalb der Einrichtung
zwei Erziehungsgruppen geschlossen und dafür zwei Tagesgruppen eingerichtet. Ab
1990 nahm die Arbeit des evangelischen
Kinder- und Jugendhauses als lebensweltorientierte, den individuellen
Bedürfnissen des Einzelnen angepasste Jugendhilfeeinrichtung ihren Anfang
und hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt kontinuierlich weiterentwickelt
und ausgebaut. Mai 1994: Eröffnung der Aufnahmegruppe- und Clearinggruppe für
Jugendliche in Gelsenkirchen-Beckhausen Oktober 1997: Eröffnung der Mutter-Vater-Kind-Gruppe in Gelsenkirchen-Schalke,
Schlosserstraße März 1998: Eröffnung des Jugendwohnprojektes in Gelsenkirchen-Rotthausen,
Wiehagen 56 Sommer 1999: Eröffnung der Kinderwohngruppe Bergstraße 9 in Gelsenkirchen-Beckhausen August 1999: Erweiterung der Mutter-Vater-Kind
Gruppe um eine zusätzliche Krabbelgruppe. Februar 2001: Eröffnung der Diagnosegruppe für Kinder in Krisensituationen
in Gelsenkirchen-Schalke, Schlosserstraße Juli 2001: Übernahme der Trägerschaft
des Ev. Kindergartens in Gelsenkirchen-Schalke Mai 2002: Eröffnung der Jugendwohngemeinschaft Cranger Straße
325 in Gelsenkirchen-Erle Juni 2002: Verlagerung der Hauptverwaltung sowie der Tagesgruppe und der Fünf-Tage Gruppe zum Centrumplatz 2,
44866 Bochum Januar 2003: Verlagerung der Jugendwohngruppe/Jugendwohngemeinschaft
zur Grimmstraße 17 in Gelsenkirchen-Heßler Juli 2003: Start von Elterntrainingskursen im Jugendhilfezentrum
am Centrumplatz in Bochum Dezember 2003: Umzug des Kindergartens Förderkörbchen in die Schlosserstraße Juni 2004: Verlagerung der Aufnahmegruppe- und Clearinggruppe für
Jugendliche zum Centrumplatz in Bochum August 2005: Übernahme der Trägerschaft
der Betreuung im Rahmen der OGS
an der Förderschule Fröbelschule in Wattenscheid Januar 2006: Aufbau eines ambulanten Hilfezentrums in Bochum-Wattenscheid
gemeinsam mit der LIFE Jugendhilfe GmbH Juni 2007: Kindergarten Förderkörbchen
wird als Familienzentrum
zertifiziert und erhält den Innovationspreis NRW Oktober 2007: Eröffnung eines Mutter-Vater-Kind Wohnprojektes am Centrumplatz
(
to be continued ) |
||
In eigener Sache: Wir sind weiterhin auf der Suche nach alten Erinnerungsfotos und zeitgenössischen Dokumenten, welche mit der Entwicklungsgeschichte des heutigen Ev. Kinder- und Jugendhauses im direkten Zusammenhang stehen. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, falls sich das hier vielleicht noch fehlende "ideale Puzzle-Teil unserer Geschichte" in Ihrem Besitz befindet. |